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Warum interkulturelles Coaching?
Bedürfnis. Die Globalisierung ruft die individuelle Beratung von Fach- und Führungspersonen auf den Plan. Das Bedürfnis der Führungskräfte, die international arbeiten,mit einem diskreten fachkundigen Ansprechpartner über gemachte, aber nicht verarbeitete und oft unverständliche Erfahrungen zu sprechen, ist nachvollziehbar. So ist es auf der einen Seite der Wunsch, zukünftige Entscheidungen besser zu planen oder Schwierig-keiten leichter zu lösen. „Oft ist es auch der Leidensdruck, das Unverstandene oder nicht Verarbeitete, verbunden mit Stress, akuten Krisen oder Unzufriedenheit im Beruf, was die Führungskraft dazu bringt, einen Berater oder Coach aufzusuchen.“ (Barmeyer 2002)
Definition. Unter interkulturellen Coaching verstehen wir „die Unterstützung von Führungskräften bei der Lösung kommunikativer und interaktiver Probleme im interkulturellen Management“.
(Clement/Clement 1999)
Ziel. Ziel hierbei ist die Sensibilisierung von Kulturunterschieden und die Vermittlung von Kenntnissen über die Zielkulturen, sowie die Entwicklung interkultureller Kompetenz, denn das ermöglicht dem Klienten ein angemessenes und zielführendes Handeln in interkulturellen Situationen.
Thema. Im Mittelpunkt des interkulturellen Coachings stehen die sogenannten „Critical Incidents“, also wiederholt vorkommende Missverständnisse, die mit ungewollten Kränkungen, Irrtümern, Peinlichkeiten und Ärgernissen einhergehen. Coaching hat unter anderem diese Irritationen zum Thema. Aber nicht die sogenannte Nullkulturfehler-Linie ist das Ziel, sondern die wertschätzende Aufmerksamkeit für die kulturgebundenen Bewertungen und Verhaltensweisen der Geschäftspartner. So besteht nach Clement (Clement & Clement 2003) die Kunst des interkulturellen Coachings darin, die meist mit unangenehmen Affekten, unverständlichen Gefühlen begleitenden Störungen als Befunde zu entschlüsseln und in eine neue Handlungsperspektive zu setzen.
Interkulturelles Coaching vs. klassisches Coaching
Gemeinsamkeiten
Katalysator. Interkulturelles Coaching zeichnet sich dadurch aus, dass der Coach
auf einer erwachsenen Ebene mit dem Klienten arbeitet und keine standardisierten Lösungen nach Art von »Kochbuchrezepten« vermittelt, sondern eher Katalysator ist, der dafür sorgt, dass die Klienten eigene Problemlösungen schneller entdecken und entwickeln und im Lauf der Zeit lernen, auch ohne Unterstützung eines interkulturellen Coachs in fremdkulturellen Situationen Informationen zu explorieren und eigene Problemlösungen zu entwerfen und umzusetzen. (Kinast 2003)
Prozessorientierung. Kulturbedingte Irritationen und Störungen sollten konstruktiv thematisiert werden. Die Aufgabe besteht darin, durch prozessual begleitende Anstöße den Coachee zur Selbstreflexion und zum Finden von Lösungsprozessen anzuregen.
Perspektivenwechsel. Denn gerade in der interkulturellen Zusammenarbeit ist es für den Coachee wichtig, durch einen Perspektivenwechsel den Standpunkt des anderen besser zu verstehen und zu akzeptieren. Auf diese Weise können Missverständnisse verringert und interkulturelle Lernprozesse ausgelöst werden.(Barmeyer 2003). Mittels interkulturellen Coachings lernen die Klienten, die Verantwortung für ihre Gefühle, Gedanken und ihr Verhalten gegenüber den interkulturellen Partnern zu übernehmen. Dieser Ansatz ist auch dem systemischen Coaching gemein.
Unterschiede zum klassischen Coaching
| Klassisches Coaching |
Interkulturelles Coaching |
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Primär eine Prozessberatung, d.h. der Coach unterstützt seinen Klienten dabei, eigenständig Lösungen zu entwickeln (Hilfe zur Selbsthilfe)
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Zwar auch gesprächsorientiert, jedoch stärker auf Inputs des Coachs ausgerichtet. Der Coach gibt durchaus auch Tipps und Empfehlungen. |
| Auf uns bezogen: Schwerpunkt liegt auf dem Systemischen |
Benutzung vieler technischen Hilfsmittel wie Checklisten, Matrixdarstellungen, Reflexionsbögen und Einschätzungsskalen
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